Besucherausweise aus Plastik: RFID vs. Barcode

Posted by on April 12, 2017 . 0 Comments.

 

Wie war der Name noch gleich?“

Jeder, der privat schon einmal eine größere Anzahl an Gästen empfangen hat, weiß, wie schwer es sein kann den Überblick zu behalten. Gedanken wie: „Haben wir den wirklich eingeladen?“, oder „Kommt der Mann, der gerade durch die Tür spaziert, mir nicht irgendwie bekannt vor?“, sind nicht ungewöhnlich. Im schlimmsten Fall können diese zu unangenehmen Erlebnissen führen. Bei einer Familienfeier wünscht man sich, man hätte den vollständigen Stammbaum des Ehemannes abgespeichert; beim Öffnen der Tür wünscht man sich, man könnte den Neuankömmling freundlich mit seinem Vornamen begrüßen statt eines unfreundlichen „Hallo, ähm, wie war der Name noch gleich?“. 
 

Besucherausweise für das Unternehmen

Was auf Privatveranstaltungen noch als Zukunftsmusik gilt, ist für Unternehmen bereits Alltag. Viele Unternehmen speichern Daten ihrer Besucher mithilfe von Codes. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um das kleine Programmkino um die Ecke oder um einen Messeveranstalter mit tausenden Besuchern handelt. Häufig handelt es sich bei den erfassten Daten um bei der Registrierung angegebene Informationen (Name, Organisation, Geburtsdatum). Grundsätzlich sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt. Jeder deutsche Personalausweis enthält beispielsweise neben dem sichtbaren ein weiteres digital abgespeichertes Lichtbild, das mit RFID ausgelesen werden kann.
 

Vorteile für die Besucher…

Für den Besucher reicht eine einzelne Papier- oder Plastikkarte (RFID oder Barcode). Damit kann er dann Zutritt zu Gebäuden, Geländen oder Veranstaltungen bekommen. Es stellt also eine wirklich bequeme Lösung dar, die darüber hinaus einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Eintrittskarten aus Papier hat: der Besucherausweis lässt sich ohne größeren Aufwand reproduzieren. Für QR-Codes auf Papier genügt ein neuer Ausdruck, der (üblicherweise) digital verfügbaren Dokumente. Aber auch für Besucherausweise aus Plastik (RFID oder Barcode) stellt ein Verlust kein Hindernis dar, denn die Besucherausweise lassen sich ohne größeren finanziellen Aufwand wiederherstellen. Die Daten wurden schließlich zuvor digital erfasst. Der Besucher muss also nur seine Identität nachweisen und kann anschließend einen neuen Besucherausweis bekommen.
 

Vorteile für die Unternehmen…

Unternehmen, die Besucherausweise einsetzen möchten, benötigen neben den eigentlichen Besucherausweisen, eine auf die Veranstaltung abgestimmte Anzahl an Lesegeräten. Theoretisch lassen sich für beide Technologien Smartphones als Lesegeräte einsetzen. In der Praxis werden aber eher professionelle Lesegeräte verwendet. Außerdem verwenden die meisten Unternehmen eine Software, mit der sich die Daten überprüfen, steuern und im Nachhinein auswerten lassen. So kann das Unternehmen später erkennen, zu welchen Zeiten der Besucherandrang besonders groß war, wie viele Besucher der Einladung nicht gefolgt sind und welche Anzahl von Besuchern sich zum aktuellen Zeitpunkt in den Räumen oder auf dem Veranstaltungsgelände befinden. Das sind sehr wertvolle Informationen, die für die Optimierung von Abläufen eingesetzt werden können. 

Häufig sind in der Software auch Funktionen integriert, mit denen sich Codes generieren lassen. Mithilfe dieser Codes kann das Unternehmen dann einen Besucherausweis designen und das fertige Layout selber drucken oder drucken lassen.

Wer Karten selber drucken möchte, kann Kartendruckgeräte für beide Technologien für einige hundert Euro erwerben. Je nachdem was der Drucker leisten soll, kann es etwas billiger oder sehr viel teurer werden. Wenn man sich die Karten professionell drucken lässt, schwanken die Preise zwischen 20 Eurocent und einem Euro pro Ausweis (RFID und Barcode). Die Menge der erwarteten Besucher entscheidet also darüber, ob es sich lohnt die Karten drucken zu lassen oder ein eigenes Druckgerät anzuschaffen.

 


 

Wie funktionieren Barcodes?

Jeder kennt Barcodes aus dem Supermarkt. Kaum ein Produkt kommt noch ohne die berühmten Striche aus. Die traditionellen Strichcodes aus dem Supermarkt können etwa acht bis 15 Zeichen speichern und eignen sich deshalb besonders gut für kurze Zeichenfolgen (beispielsweise Produkt-IDs). Da in vielen Zusammenhängen längere Zeichen notwendig sind, etablieren sich zunehmend die sogenannten QR-Codes (QR steht für „Quick Response“, also eine „schnelle Antwort“). In QR-Codes lassen sich bereits vier- bis siebentausend Zeichen abspeichern.
 

Wie funktioniert RFID?

RFID steht für „Radio Frequency Identification“. Die Technologie basiert auf Radiowellen. Um die auf dem Datenträger enthaltenen Informationen an das Lesegerät zu schicken, fungiert der Chip zugleich als „Transmitter“ und „Responder“. Das Lesegerät fordert die Informationen an und stellt zudem die erforderliche Energie zur Verfügung. Der Chip reagiert anschließend auf diese Anfrage, indem er die angeforderten Informationen an das Lesegerät weiterleitet. Auf RFID-Chips passen bereits bis zu 96 Kilobytes an Informationen. Aus diesem Grund lassen sich auch Daten (wie z.B. das Foto im Personalausweis) oder weitere Datenformate speichern.
 

Vor- und Nachteile beider Technologien

Auch wenn sich die beiden Technologien in vielen Punkten ähneln. Es gibt auch einige Unterscheidungsmerkmale. Ein besonders markanter Vorteil der RFID-Technologie ist das kontaktlose Übermitteln von Informationen. Besonders hochwertige Transponder können Informationen über mehrere Meter hinweg senden. Für Besucherausweise sind meist wenige Zentimeter Abstand notwendig. Dennoch: im Gegensatz zu Barcodes vereinfacht sich dadurch das Erfassen von Besuchern bereits. Die Ausweise müssen nur nah an das Lesegerät gehalten werden und senden durch die Geldbörse hindurch. Bei Barcodes gibt es dagegen häufig durch Schmutz oder schlechte Druckqualität verursachte Lesefehler.

Beim Thema Datenschutz streiten sich die Geister. Bei dem Thema hat aber dennoch der Barcode die Nase vorne. Barcodes sind weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert, während die noch etwas modernere RFID-Technologie von Datenschützern kritisch beobachtet wird. Es besteht die Gefahr, dass Hacker auf die Daten zugreifen. Außerdem kritisieren Datenschützer, dass die Unternehmen ihre Kunden nicht ausreichend über die Technologie informieren. Ganz sicher sind aber auch die Barcodes nicht, da sie leicht nachzumachen sind.

Man könnte vermuten, dass die Barcode-Technologie in jedem Fall kostengünstiger ist. Doch so einfach funktioniert die Rechnung nicht. Klar ist: der einzelne Besucherausweis ist nach wie vor günstiger mit der Barcode-Technologie. Es muss ja wirklich nur der Code auf das Material für den Besucherausweis gedruckt werden. Besucherausweise mit RFID-Technologie benötigen darüber hinaus einen Transponder. Besonders günstige, nicht wiederbeschreibbare Transponder lassen sich schon für je unter einen Euro finden. Trotzdem bleibt die Barcode-Technologie nach dieser einfachen Rechnung preiswerter. Auch das Lesegerät für die Barcode-Technologie ist meist etwas günstiger. Das liegt insbesondere an der größeren Verbreitung und dem damit zusammenhängenden größeren Angebot auf dem Markt. Ein wesentlicher Aspekt darf aber nicht vernachlässigt werden: die RFID-Technologie ermöglicht einen reibungslosen Ablauf. Es können also Personalkosten beim Einlass gespart werden. Vielleicht ergibt sich auch eine größere Kundenzufriedenheit. 

Fakt ist: es hängt stark von den eigenen Präferenzen, der Veranstaltung und dem Besucheraufkommen ab, ob sich eher die RFID- oder die Barcode-Technologie lohnt. Auch die entstehenden Kosten lassen sich erst dann kalkulieren, wenn alle Randbedingungen geklärt sind. Fakt ist aber auch: im Gegensatz zu einer klassischen Erfassung mit Stift und Papier bietet der Besucherausweis Gästen und Gastgebern eine bequeme und kostensparende Alternative.

 

Bildquellen:

1. https://stock.adobe.com/de/images/man-hand-with-barcode-scanner-in-operation/14044814

2. https://stock.adobe.com/de/images/people-at-a-trade-fair/76998920

Last update: February 15, 2018

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