EC-Karte - auf einem guten Weg zu mehr Sicherheit

Posted by on March 19, 2018 . 0 Comments.

Wer braucht sie nicht – die EC-Karte! Ganz selbstverständlich wird sie ständig gezückt, wenn’s um das Bezahlen geht. Ein Blick zurück auf die Geschichte der heutigen EC-Karte lässt erkennen, dass diese zwei verschiedene Ursprünge hat. Beim ersten handelt es sich um die in Europa kreierte und ab 1968 in den Zahlungsverkehr eingeführte Eurocheque-Karte, welche gemeinsam mit einem Eurocheque dem Bargeldbezug in Geldinstituten diente und später sogar bargeldlose Zahlungen möglich machte. Der zweite Ursprung bezieht sich auf die US-amerikanische ATM-Karte - ATM steht dabei für Automated Teller Machine. Mit dieser Karte konnte Bargeld an Geldausgabeautomaten bezogen werden. Später kam sie auch bei der bargeldlosen Zahlung an POS-Terminals zum Einsatz.

Sowohl der Eurocheque als auch die EC-Karte galten zur Zeit ihrer Entstehung als besonders innovativ – waren sie doch damals nicht nur das erste instituts-, sondern auch das erste länderübergreifende Debitkartensystem. Möglich gemacht hatte die europaweite Einführung und Verbreitung von Eurocheque und EC-Karte eine besondere Kooperation der Geldinstitute Europas. Zwei Konferenzen im Jahre 1968 – genauer am 10. Mai sowie am 17./18. Oktober – brachten den Durchbruch: Dort wurde man sich einig hinsichtlich Logo und der Bezeichnungen Eurocheque und EC-Karte. Darüber hinaus kam es zu einer Klärung der Bedingungen und der zwischenstaatlichen Abrechnungsmodalitäten.

Es sollte jetzt nicht mehr lange dauern, bis die ersten EC-Karten im Rahmen des Eurocheque-Systems in Umlauf kamen - am 1. Mai 1969 war es so weit. In nicht weniger als 18 Ländern wurden sie sofort akzeptiert. Nach kurzer Zeit waren es insgesamt sogar 49 Nationen. Der Radius hatte sich ausgedehnt und war nun nicht mehr allein auf Europa beschränkt - Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens waren hinzugekommen. Richtig attraktiv wurde die EC-Karte seit Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre, als die Geldausgabeautomaten Einzug hielten und sie damit als Bedienungsmedium eine neue zusätzliche Funktion erhielt. Die direkte Abbuchung der Geldausgabeautomatenbezüge war die Folge. Ein weiteres wichtiges Datum markiert der 1. Juni 1984: An diesem Tag war es erstmals möglich, ATM-Transaktionen grenzüberschreitend mit EC-Karten vorzunehmen – und dies an nationalen Geldausgabeautomaten. Die Basis hierfür schuf ein gemeinsamer Interchange-Standard. Doch die Entwicklung in Richtung umfassende Debitkarte ging noch weiter: Seit 1993 steht das Logo Maestro für globale Debitfunktionen in Sachen ATM/POS-Nutzung. 

 

Vorteile der EC-Karte


Die Vorteile der EC-Karte liegen auf der Hand – im wahrsten Sinne des Wortes: Durch das bargeldlose Bezahlen braucht man nicht lange zu disponieren und sich nicht unnötig mit Bargeld zu beschweren. Einfach bargeldlos bezahlen und unterschreiben – so einfach geht’s. Das Geld wird normalerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen abgebucht, sodass man immer recht zeitnah über eine die betreffende Kontobewegung informiert ist. Ist demgegenüber die Eingabe einer PIN erforderlich, geht’s sogar noch schneller – dann erfolgt die Abbuchung vom Konto sofort. Im gleichen Moment ist man also schon über den neuen Kontostand informiert. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, dass man den Bankautomaten nicht mehr sooft frequentieren muss, um Geld abzuheben. Man ist einfach flexibler, man ist nicht gezwungen so viel Bargeld mit sich herumzutragen. Dies bedeutet auch einen gewissen Schutz vor Diebstahl.

 

Nachteiel der EC-Karte

Den Vorteilen stehen auch Nachteile gegenüber. Ein Missbrauch der Karte bei Verlust beziehungsweise Diebstahl ist eine unangenehme Folge. Es kommt nicht gerade selten vor, dass PIN und EC-Karte zusammen in der Geldbörse aufbewahrt werden. Wird letztere verloren oder gestohlen, „freut“ sich der Finder beziehungsweise Dieb womöglich sehr: In kürzester Zeit lässt sich so ein Bankkonto plündern. Darüber hinaus kann selbst mit der Unterschrift des Karteninhabers, welche dieser auf der EC-Karte geleistet hat, Missbrauch betrieben werden. Man ist selbst in einer Bank nicht vor Betrügern gefeit – haben diese doch mittlerweile „Lesegeräte“ entwickelt, welche das Kopieren des Magnetstreifens der EC-Karte ermöglichen. Ein solches Lesegerät – beispielsweise an einem Geldautomaten installiert – eröffnete Betrügern große Möglichkeiten, anschließend das Konto des betreffenden Karteninhabers zu plündern. Inzwischen hat die Kreditwirtschaft jedoch reagiert – die Auszahlung von Geldbeträgen via Magnetstreifen auf den EC-Karten ist seit Ende Februar 2013 Geschichte.

 

Magnetstreifen war gestern - Chip ist heute

Der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum (SEPA) bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die EC-Karte: Alle 93 Millionen EC-Karten in Deutschland wurden in den letzten Jahren durch solche mit sogenannten EMV-Chips ersetzt – EMV steht für die „Entwickler“ dieses Chips (Europay/MasterCard/VISA). Die in diesen Karten verbauten Prozessorchips gelten als fälschungssicher, versprechen mehr Sicherheit – sie funktionieren mittels PIN. Am 25. Februar 2013 hielt dieser Chip verbindlich und flächendeckend Einzug – er löste damit den Magnetstreifen endgültig ab. Wer also ab diesem Zeitpunkt eine Transaktion mit EC-Karte + PIN tätigt oder an einem deutschen Geldautomaten Bargeld abhebt, muss dies mittels Kartenchip tun. Wer jedoch im Handel mit EC-Karte + Unterschrift bezahlt, ist von dieser Umstellung nicht betroffen – vorerst: Bis 2016 haben die Kunden von Supermärkten & Co. weiter die Möglichkeit, in dieser Form zu bezahlen. 


Wie sich der EMV-Chip auf das Missbrauchsverhalten letztendlich auswirken wird, bleibt abzuwarten. Bleibt also fürs Erste nur die Hoffnung, dass durch diese technische Neuerung die Missbrauchsrate in Zukunft merklich sinkt. Wie auch immer - vielleicht werden wir in nicht allzu langer Zeit ohnehin alle per Fingerabdruck beziehungsweise per Funk bezahlen – die Funktechnik NFC (Near Field Communication) macht’s möglich. Alles funktioniert „kontaktlos“ – einfach Chipkarte Richtung Lesegerät halten! Nicht einmal eine PIN-Eingabe ist notwendig – zumindest bei geringen Beträgen. Die Sparkassen gehen hier voran – das bisher nur hierzulande funktionierende Verfahren firmiert unter „Girogo“. Ein neuer, guter Weg in die Zukunft? Girogo muss es erst noch beweisen.

 

 

Bildquellen:

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Last update: March 19, 2018

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