Plastikkarte ist nicht gleich Plastikkarte: Von Transponder-, Chipkarten, Dual-Interface und dem Magnetstreifen

Posted by on July 10, 2015 . 0 Comments.

Sie ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und so mancher sucht sich sein neues Portemonnaie nach der Anzahl der Fächer für die Plastikkarten aus. Ob Kreditkarte, EC-Karte, Kundenkarte oder Mitgliedsausweis, Rabattkarte oder Zugangskarte für die Arbeit – der moderne Mensch nennt zahlreiche verschiedene Plastikkarten sein Eigen. Allein bei den Bezahlsystemen waren deutschlandweit Ende 2013 über 143 Millionen Karten im Umlauf (Quelle: statista.com). Doch mit der Kreditkarte ist es längst nicht getan. Die Vielfalt geht heute viel weiter. Welche Karten tragen wir in unserer Geldbörse so herum? Wie funktionieren sie? Diese Fragen beantworten die folgenden Zeilen.

 

 

Verschiedene Arten und Funktionen von Plastikkarten

Es gibt unterschiedliche Varianten, wie Informationen auf Plastikkarten gespeichert werden können. Hauptsächlich unterschieden werden:

 

-                    Magnetstreifenkarten

-                    Transponderkarten (RFID)

-                    Chipkarten.

 

 

Die Magnetstreifenkarte

Magnetkarten sind immer noch meist verbreitetesten Plastikkarten, die in jedem Portemonnaie zu finden ist. Diese Entwicklung stammt aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der Magnetstreifen ist hervorragend als Speichermedium für kleine Datenmengen geeignet. Hier werden Eisenoxid- oder Chromoxid-Teilchen magnetisiert, damit die Daten auf dem Streifen codiert werden. Der Streifen selbst ist in drei Spuren unterteilt, von denen nur die dritte Spur geeignet ist, dass Informationen auch auf die Karte geschrieben werden können. Es gibt zwei Arten von Magnetstreifen. Der „HiCo“-Streifen benötigt mehr Energie, um gelesen zu werden, ist dafür aber weniger anfällig für andere magnetische Einflüsse. Diesen Streifen erkennt man an seiner schwarzen Farbe. Der „LoCo“-Streifen ist meist braun und weniger robust gegenüber äußeren Einflüssen, benötigt aber auch weniger Energie, um gelesen zu werden.

 

 

 

Die Transponderkarten

Transponderkarten haben keine so auffälligen Streifen. Sie funktionieren mit einem RFID-Chip, der eine kontaktlose Datenübertragung möglich macht. Die sogenannten Transponder werden schon während der Herstellung in die Karte integriert. Sie bestehen aus Chipmodul und Antenne, Letztere sorgt für die Energieversorgung und Verbindung mit dem Lesegerät. Transponderkarten müssen daher nur an das Lesegerät gehalten werden und die Daten vom Chip können entziffert werden. Die Datenübertragung wird mit elektromagnetischen Wellen gewährleistet. Hier gibt es Niederfrequenz- und Hochfrequenzkarten. Die Transponderkarte ermöglicht auch die Aufteilung des Speichers. So könnten hier in Teilen des Chips Informationen gespeichert werden, die beispielsweise verschlüsselt sind. In anderen Sektoren können frei zugängliche Informationen liegen. Das macht die Transponderkarte zu einem besonders sicheren Übertragungsweg.Ausführliche Informationen zu dem Thema RFID Technik, finden Sie in unserem Artikel "Was sind RFID-Karten". 

 

 

Die Chipkarte

Die Chipkarte ist eine Karte mit eingebautem Chipmodul, das zur Datenübertragung in ein Lesegerät gesteckt werden muss – dem Chipkartenleser. Bei dieser Art der Informationsübertragung ist der Kontakt unerlässlich. Das Lesegerät beinhaltet kleine Stifte, die Kontakt benötigen. Damit wird die Karte mit Energie versorgt und die Informationen können gelesen und/oder geschrieben werden. Hier gibt es Karten mit Sicherheitsfunktionen und ohne sowie mit Mikroprozessor.Die Sicherung mit einem PIN -Nummer ist bei der Chipkarte weit verbreitet. Hierbei handelt es sich um eine Nummernfolge, die zur Verifizierung dient. Dieser Kartentyp wird auch als Smartcard oder Integrated Circuit Card (ICC) bezeichnet.

 

 

In der heutigen modernen Welt werden diese grundsätzlichen Arten der Plastikkarte gern kombiniert. So findet es sich nicht selten, dass eine Kontaktchipkarte auch gleichzeitig mit der Transponder-Technologie ausgestattet ist. Gerne wird auch die Kombination mit der RFID Technik verwendet. Der Vorteil liegt hier bei der Kontaktlosen Übertragung der Daten: Chipkarte und Lesegerät müssen nicht direkt in Kontakt zueinander stehen. Aber auch Chip und Magnetstreifen auf der gleichen Karte sind keine Seltenheit.  In diesem Fall werden diese Ausführungen Hybrid- oder Dual-Interface-Karten genannt.

Chipkarten werden in vielen Bereichen eingesetzt: als Eintritskarte, Guthaben-Karte oder auch als Krankenversicherungskarte. Auf diesen Karten können verschiedene Daten abgespeichert werden. Wie beispielsweise Name, Anschrift,  Mitgliedsnummer oder auch spezielle Kundendaten. Für das Bedrucken von Chipkarten stehen diverse Verfahren zur Verfügung. Je nach Kundenwunsch und Gestaltungsmöglichkeit kann dies als Digitaldruck oder Offsetdruck geschehen. 

Anwendungen und Einsatz der verschiedenen Kartenarten

Die unterschiedlichen Datenübertragungen ermöglichen spezifische Einsatzgebiete der verschiedenen Plastikkartenarten. So ist die Transponderkarte prädestiniert für die Einlass- und Zutrittskontrolle. Viele Unternehmen arbeiten mit solchen Karten als Mitarbeiterausweise. Hier sind Zeiterfassungssystem und Bezahlmöglichkeit für die angeschlossene Kantine oft miteinander vereint. Die klassische Chipkarte wird im Bank- und Zahlungsverkehr vermehrt eingesetzt. Aber auch Kundenkarten, die Karte der Krankenversicherung oder die kleine Ausführung im Handy ist oft eine klassische Chipkarte. Auch der neue Führerschein kann diesem Kartentyp zugeordnet werden. Clubkarten, Mitgliedsausweise, Hotelzimmerkarte, Eintrittskarten und Gutscheinkarten sind meist nur mit einem Magnetstreifen ausgestattet, da hier wenige Informationen gespeichert werden müssen. Aber auch bei diesen Karten gibt es Kombinationen. 

Tags: Megnetkarte, Chipkarte, Plastikkarte, RFID-Karte Last update: February 16, 2018

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